Im Goldrausch

 

Es hat mich erfasst!

Wochenlang habe ich den Kaufimpulsen tapfer widerstanden, habe mich den Paillettenpullovern, den Paillettenkissen , den Paillettentaschen entzogen, die mich in ihren optischen Bann zogen. Ich hatte sogar einen blau-grün schimmernden Plüschfisch mit Kulleraugen in der Hand, von dem ich mich mühsam losreißen musste!

Und immer wieder habe ich mich streng in die Schranken verwiesen. Ich habe mich erinnert an das schwarze, lange Neckholderabendkleid, das ich als Kind an meiner Mutter bestaunte und das an der Brust mit unzähligen blauschimmernden Pailletten besetzt war. Und mich erinnert, wie ich beim abendlichen Abschied mit meinen langen Haaren schmerzhaft an ihr und ihrer Glitzerbrust kleben blieb.

Ich habe über die Versuchung triumphiert, weil ich gerade in unzähligen „Müll und Recycling“ Kursen im Schulbiologiezentrum Hannover Massen von Schulkinder darüber aufgeklärt habe, wie schwierig Kunststoffe für die Umwelt sind.

Und nun sitze ich seit Stunden fasziniert am Esstisch, staune über die Reflektionen des 1m x 0,60m großen silber-goldenen Wendepaillettendekostoffstückes.

Und bin stolz über meine Anschaffung.

Ich habe es wie all die Einrichtungselemente meines Baukastensystems sorgfältig ausgewählt:

  • es ist vom Design her zeitlos schlicht
  • es hat eine schwarze Basis, auf die silberne, gewendet goldene Pailletten aufgenäht sind (Wie machen die das? Das wird doch wohl hoffentlich nicht von Kindern in dunklen Verließen genäht? — oh, oh! — Nein, das kann nicht sein. Wird bestimmt maschinell hergestellt! Ich recherchier jetzt lieber nicht!), was perfekt in den Wohn- und Essbereich passt.
  • Es ist vielseitig einsetzbar, kann im einen Moment Tischdecke sein und im Nächsten könnte ich ein Faschingsoutfit damit verfeinern.

Das Beste stellte sich aber erst im Einsatz heraus. Ich hatte bisher für die gemütliche Stimmung zusätzlich zu den tageslichtleuchtmittelbesetzten Esszimmerlampen, die ich dringend unter anderem zum Lesen brauche, noch eine Lichterkette und eine Stimmungsleuchte eingeschaltet. Durch das zurückgeworfene, nun gold strahlende Esszimmerlampenlicht ist das nicht mehr nötig.

Also Fazit: Ich spare Strom, genieße und bereue nichts!

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Im Goldrausch

Mal eben schnell dazugefügt. Und am Tage schnell wieder an einem anderen Platz verstaut. Ich liebe mobile Deko!

 

 

 

 

 

Mehr Transparenz für Fingernägel

Ja, auch ich besitze Nagellack. Ich bekenne mich schuldig!

Auf dem Foto seht ihr meinen Nagellackschatz.

Der älteste ist jetzt etwa 40 Jahre alt. Es war der erste, den ich mir gekauft habe. Transparent. Mit  transparentem Nagellack kann man nichts falsch machen. Er lässt die Nägel glänzen und gepflegt erscheinen. Man selbst hat das Gefühl eine erwachsene Frau zu sein, aber die Außenwelt bemerkt es nur, wenn sie gezielt darauf achtet. Das dachte ich damals. Mit 13.

Ich sah fasziniert zu, wie er von Tag zu Tag mehr von den Fingerspitzen aus abblätterte. Schließlich benutzte ich zum ersten Mal Nagellackentferner. Glücklicherweise wurde ich bei meiner Mutter fündig. Es stank unerträglich, quietschte und das Reiben mit dem benetzten Wattebausch ließ mir Schauer den Rücken herunterlaufen.

Jetzt, nach all den Jahren bewegt er sich ziemlich zähflüssig in seiner Flasche, aber er bewegt sich. Sehr langsam. Unglaublich aber wahr.

So etwa mit 15 startete ich wieder einen Versuch. Diesmal musste es ein weißer sein. „weiße Fußnägel auf sommer-gebräunten Füssen, das sieht toll aus.“ wusste meine Freundin. Das leuchtete ein!

Auch er fand ein sicheres Plätzchen in meiner Schublade für weibliche Notfälle.

Dann passierte laaange nichts mehr. Mein Umweltbewußtsein war erwacht. Und vor allem mein Selbstbewußtsein.

Vor etwa 10 Jahren wurde ich wieder angefixt.

Ich bekam eine trendige Modezeitschrift geschenkt.

Und ich musste zugeben: zu Weihnachten ein tiefroter Nagellack mit gold-rotem Glimmerlackfinish, das ist schon ein Highlight. Mein Mann war überrascht, und sehr angetörnt von diesem Wandel.

Ich erweiterte nach und nach mein Sortiment um signalrot („ein absolutes musthave“), eidottergelb (passte so unglaublich zu meinem neuen Pullover) und türkis-metallic (sah einfach cool aus).

Wenn ich mir meinen Bestand so anschaue, muss ich innerlich lächeln. Über mich.

Erfahrungsgemäß benutze ich es durchschnittlich 1 mal pro Jahr: Es hat sich schon als sehr nützlich erwiesen, z. B. um abgeschabten Lack auf Dekoglastellern wieder nachzubessern.

Ich liebe natürliche, gepflegte Hände. Ich bin eine ehrliche Haut. Ich halte gesunde Fingenägel für eine gute Rückschlussmöglichkeit auf den Gesundheitszustand meines Gegenübers und möchte mir nur ungern vorstellen, was so manche unter  funkelndem Nagellack versteckt.

Es ist ein Symbol für Untätigkeit und überflüssige Verunreinigung von Luft und Wasser. Und für unreflektierten Konsum.

Und es passt einfach nicht wirklich zu mir!

 

Nagellackreserven

Nagellackreserven

 

 

 

 

 

 

 

 

Lein trotzt der Dürre

Wie ihr wisst, teste ich seit 3 Jahren, welche essbare Kulturpflanzen ohne Düngung und Bewässerung am Ackerrand von Deckbergen wachsen.

Die erstaunlichste Pflanze ist für mich der Lein.

Innerhalb weniger Wochen, wuchs er vom Samenkorn zur Samenkapsel tragenden Pflanze heran. Außer einem ausgiebigen Regenguss am Tag seiner Pflanzung bekam er nichts von mir!

Aufgrund der extremen Trockenheit waren die schönen blauen Blüten so kurz am Blühen, dass ich nur einmal die Knospen ablichten konnte. Bei meinem nächsten Besuch galt es nur noch die Kapseln zu bewundern.

Nun freue ich mich auf meine ersten selbst produzierten Leinsamen. Vielleicht als Ei

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Fruchtender Lein

Ersatz im Kartoffelpuffer?

 

 

 

 

Brennnessel-Linsen-Gurkenhappen an Steak

Wie so oft im Leben sind Dinge, die optisch gar nicht so ansprechen, wenn man sich trotzdem darauf einlässt, die Besten.

Diese Weisheit gilt auch für mein Sonntagsessen.

Dass die Brennnessel sowohl Chlorophyll, als auch Carotin enthält, sorgt dafür, dass sie besonders wertvoll für unseren Körper ist. Für unser Auge sorgt es dafür, dass wir ihr grün eher als grünlich-braun wahrnehmen.

Manchmal muss man eben auch mit dem Verstand essen!

Der würzige Brennnessel-Linsensalat auf den Gurkenhappen hat durch die Beigabe von etwas frischer Pfefferminze eine tolle kühlende Wirkung.

Perfekt für einen heißen Sonntag!

 

 

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Brennnessel-Linsen-Gurkenhappen an Steak

Alles kann, nichts muss!

Die derzeitige Dürre in Niedersachsen hat mich wieder an die Zeiten vor 27 Jahren erinnert, als wir mit frischem Baby und altem VW California im Urlaub durch Schweden zogen.

Der Pippieimer mit Deckel von damals existiert noch. Genutzt wird er allerdings nicht mehr! Doch warum eigentlich nicht?

Immer wenn ich nun allein zuhause bin, nutze ich ihn wieder.  So wie damals:

Pippi in den Pippieimer, Toilettenpapier in den Mülleimer.

Spart ne Menge Leitungswasser durch nicht entstandene Klospülungen!

Doch nicht nur das. Auch die Solardusche ist wieder im Einsatz. Funktioniert immer noch perfekt.

Katzenwäsche klappt super mit kaltem Wasser, aber Haare waschen und der Abwasch? Da macht warmes Wasser schon enorm Sinn.

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hot water from the sun

Außerdem fange ich natürlich auch mein Brauchwasser auf und gieße damit die Blumen. Die freuen sich über den Dünger.

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Wasser beim Händewaschen kann man auch auffangen

 

In Notzeiten müssen wir plötzlich mit minimalen Ressourcen auskommen. Wohlgemerkt: Dann müssen wir!

Jetzt kann jeder auch schon einen Beitrag leisten. Und sei er noch so klein.

Und Spaß macht es außerdem!

Sommertunika aus 2 Schals

Wie ihr wisst, liebe ich die einfachen und nachhaltigen Dinge.

Bei meiner Kleidung ist es genauso, wie bei der Essenszubereitung, meinem Wohnstil, eigentlich wie in meinem gesamten Leben.

In den Läden und im Netz wimmelt es im Sommer vor Tuniken und luftigen Strandoutfits. Meist aus Kunststofffaser (igitt!) hergestellt oder irre teuer.

Hier ist meine Lösung:

Es gibt manchmal leichte Sommerschals aus Baumwolle, Viskose oder anderen natürlichen Materialien und supergünstig.

Da ich im Sommer keine Schals trage, und sie im Winter zu dünn sind, habe ich mich entschlossen gleich zwei von einer Sorte zu kaufen (Wenn ihr auf Mustermix steht – geht natürlich auch :)). Diese auf dem Foto haben pro Stück 3 Euro gekostet.

Ich habe einfach 2 übereinander gelegt und an der einen Seite an 2 Stellen aneinander geheftet. Um den genauen Ort zu finden, habe ich zunächst die Schals an einer Seite von oben und unten auf einem Drittel der Länge mit je einer Sicherheitsnadel fixiert und anprobiert. Nachdem alles gut saß wurde das Ganze mit wenigen Stichen per Hand fest genäht.

Nun habe ich einen luftigen Sonnen- und Windschutz für´s Wochenende am Strand und im Winter einen neuen kuscheligen Schal.

Ich liebe es!

 

 

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Sommertunika aus 2 Schals

Schokolade, einfach bei Zimmertemperatur zusammenrühren

Ihr hab Lust auf eure eigene Schokoladenkreation?

Jetzt im Sommer ist der ideale Zeitpunkt dafür. Ich habe heute beispielsweise vor dem Frühstück meinen Nougattraum vorbereitet und nach dem Frühstück zusammengerührt.

 

Bei mir waren es:

150 g Nougat

1/4 Päckchen Butter

50 g weiße Schokolade

und eine Priese gemahlenes Fleur de Sel

 

Alle Zutaten habe ich zusammen in einen tiefen Teller gegeben. Und nach ca. 30 min konnte ich alles perfekt miteinander verrühren.

Ohne Herd, ohne Wasserbad, ohne Strom…

 

Nun wartet die Komposition im Kühlschrank auf mich 😉

 

 

 

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Schokolade, bei Zimmertemperatur gerührt