Blütenrauschschmaus

Gibt es etwas schöneres, als durch den duftenden Frühlingsgarten zu gehen und sein Frühstück einzusammeln?

Im Mai weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll zu ernten.

Heute fiel mir mein Essen praktisch ins Gesicht. Die Glyzinie breitet gerade verschwenderisch ihre intensiv orientalisch duftenden Blütenrispen aus und einige ranken direkt über der Gartentreppe. Um nicht jedesmal auf meinem Weg zur Blumenwiese „erschlagen“ zu werden muss ich sie abschneiden 🙂

Was liegt also näher als damit den sonntäglichen Frühstückstisch zu schmücken und mit einigen der süßlich nach Erbsen schmeckenden blauen Blüten mein Brot zu dekorieren. Die Basis aus mediteranem Gemüse  wird noch ergänzt mit  Knoblauchraukeblüten und -blättern.

Mhhh…

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Blütenrauschschmaus

 

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mediteranes Glyzinienbrot

Ps. Das mediterane Gemüse ist selbstverständlich mit frischen Brennnesseln zubereitet 🙂

Pioneers of Change

 

Als ich vor 30 Jahren mit dem Studium der Sozialwissenschaften begann, wollte ich wissen, wie Gesellschaft funktioniert, wie Gesellschaft in der Zukunft funktionieren sollte und wie ich persönlich Nützliches für die Gesellschaft tun kann.

Eins weiß ich inzwischen mit Sicherheit: Die Übertragung von Macht auf Wenige funktioniert nicht!

Eine Gesellschaft lebt davon, dass sich alle Mitglieder wertvoll und wichtig fühlen.

Und dass jeder Einzelne versucht auf seine eigene Weise Nützliches zu tun und dabei für sein eigenes Handeln die Verantwortung trägt!

 

Sehr schöne Beispiele für Möglichkeiten eines solchen nützlichen Handelns hat das Team von Pioneers of Change aktuell zusammengestellt.

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Martin Kirchner

 

Für alle, die den kostenlosen Online Summit  der letzten Tage versäumt haben, werden am

Donnerstag den 15.03.2018 um 12 Uhr bis Freitag  den 16.03.2018 um 24 Uhr

auf: https://pioneersofchange.org/

noch mal alle Interviews freigeschaltet!

Gesunde Hand

 

 

Nach 2 Wochen Ketogener Diät habe ich mein Experiment abgebrochen und beschlossen mit meiner üblichen Diät FDH (=friß die Hälfte) und low carb (wenig Kohlenhydrate) weiterzumachen.

Nachdem ich die ersten Tage und die ersten Entzugserscheinungen hinter mich gebracht hatte, war ich zunächst euphorisch. Ich war mit Recht stolz auf mich. Vor allem morgens beim ersten Schluck Leitungswasser fühlte ich mich wie der erste Mensch.

Jetzt nur noch ein schönes, wärmendes und bewaffnetes Exoskelett, dann könnte ich meine neue Freiheit als Mensch 2.0 genießen. Feste Wohnhäuser? Wozu?

Es wäre keine Landwirtschaft mehr nötig, wir leben nur von Wild-und Kulturpflanzen, die wir in unserer unmittelbaren neu gestalteten Umgebung finden. Lust auf Fleisch? Laserstrahl auf Rebhuhn richten und fertig ist der Festtagsschmaus.

Wölfe, angriffslustige Wildschweine, Machete schwingende, menschenverachtende Kämpfer, Börsenpekulanten die mit Energie- oder Lebensmittelpreisen jonglieren, all das würde mich nicht mehr kratzen.

Freiheit total!

Die Ketogrippe, die die körperliche Umstellung markiert, hatte ich schon überstanden. Ständig füllte ich meinen Kaffeebecher mit neuem Leitungswasser um alle Gifte aus meinem Körper zu spülen. Doch dann erschien an der Fingerkuppe  meines linken Zeigefingers ein blauer Fleck.

Nach meiner Exkursion mit meinen AG Kindern war der gesamte Zeigefinger blau. Und der linke große Zeh war taub.

Auf der Rückfahrt fuhr ich beim Supermarkt vorbei: ein Käsebrötchen und meine Lieblingsschokolade mussten mit!

Bei einem schönen, heißen, süßen Milchkaffee saß ich endlich zuhause und sah beim Genießen zu wie meine Finger sich wieder normalisierten. Mein Zeh hat einen Tag später nur noch einen Hauch von Taubheit und erholt sich langsam wieder.

 

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gesunde Hand

Alles neu in 2018

Die Winterpause ist noch im vollen Gange, die Brennnesseln schlafen tief und fest.

Und sie fehlen mir!

In all meinen Lebensbereichen vermisse ich sie schmerzlich:

Seit einer Woche lebe ich ketogen. Das bedeutet: jegliche Lebensmittel mit einem übermäßigen Anteil an Kohlenhydraten sind verboten. Also kein Brot, kein Reis, keine unterirdischen Speicherorgane wie Kartoffeln, Möhren oder Rüben, kein Obst, keine Süßigkeiten…

Die „Ketogrippe“ habe ich schon hinter mir. Mit Schlappheit und kaltem Rieseln in Armen und Kopf. Und einen Wadenkrampf wegen Magnesiummangel.

Warum ich mir das antue?

Ich bin inzwischen bei Hosengröße 44 angekommen und mein Busen sprengt Größe 46! Muss ich noch mehr sagen?

Außerdem habe ich gelesen, dass Zucker unter anderem auch für die Verfärbung der Zähne verantwortlich ist. Die Elfenbeinfarbe, die seit vielen Jahren trotz „extra white“ Zahncreme zu meinen Zähnen gehört, würde ich auf diese Weise auch gern loswerden.

Auf das Zahnfärbemittel Kaffee  verzichte ich gerne mit, denn ohne Zucker  und Milch vergeht mir darauf ganz automatisch die Lust. Das gilt auch für schwarzen Tee, obwohl ich ihn auch ohne alles trinken kann.

Kräutertee habe ich in den ersten Tagen noch getrunken,  inzwischen trinke ich aber lieber nur heißes Wasser. Das fühlt sich so herrlich puristisch an! So schmeckt die Freiheit.

Also frühstücke ich jetzt mit kaltem und heißem Wasser  und Feldsalat mit Joghurtdip, frischen Gemüsefenchel mit einem Stückchen Käse oder Mangoldblatt umhüllter Cabanossi. Als Süßigkeitenersatz funktionieren bei mir am besten geröstete Mandelblättchen oder Sonnenblumenkerne, die ich einfach im Ofen mitröste, wenn ich beispielsweise Blumenkohlpizza mache.

Und ihr werdet es nicht glauben: Ich fühle mich super dabei. Außer natürlich einem schlechten Gewissen, weil ich jetzt so viele tierische Produkte zu mir nehme, die ich vorher gerade heruntergefahren hatte. Ich denke, die werde ich bald durch Hinzunahme von Kartoffeln wieder reduzieren. Mal sehen, was meine Zahnfarbe dazu sagt.

Was könnte ich jetzt alles mit Brennnesseln machen!

 

2.

Heute habe ich mir zum ersten Mal die Haare mit Roggenmehl gewaschen!

Wenn ich schon keins mehr esse, muss ich halt auf andere Weise dafür sorgen, dass es nicht schlecht wird. Nein, Joke!

Schon seit einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich meine Haare seltener waschen muss, wenn ich statt Shampoo Duschgel benutze. Außerdem ist es Hautverträglicher!

Ich fühlte mich mal wieder als verarschter Konsument.

Bei meinen Recherchen im Internet stieß ich auf  nopoo, was so viel bedeutet wie kein Shampoo, und die Alternativen.

Erste Alternative: einfach nur mit Wasser waschen! Hat nur einen Nachteil: in den ersten 4-6 Wochen spielt das Haar und vor allem die Kopfhaut verrückt, so das man besser eine Mütze aufsetzen sollte, wenn man mit Menschen Kontakt hat.  Da ich unterrichte fällt diese Variante also für mich weg.

Auch die Variante mit Natron und der im Anschluss an diese Anwendung notwendige „Rinse“ also eine Spülung, probiere ich vielleicht mal, wenn ich wieder Biozitronen gekauft habe, denn nach Essig möchte ich auch nicht riechen, aber ich bin immer froh, wenn sich noch eine Verwendung für  die ausgepressten Reste von Zitronen ergibt. Und die duften über Nacht in Wasser eingelegt einfach umwerfend!

Nun also mein erster Versuch mit Roggenmehl, einer weiteren Alternative,  um meinen Kopf vom Chemieeinfluss der letzten 55 Jahre zu entwöhnen. Ich hatte gestern bereits 3 El Roggenvollkornmehl   etwa 1:1 mit Wasser angerührt. Über Nacht ist daraus eine gelartige Mischung geworden, die mir schon als Sauerteigansatz bekannt war. Und nun in die Haare damit?

Als nachhaltig denkender Mensch muss ich mich echt überwinden mir Nahrungsmittel in die Haare zu schmieren. Besonders angenehm ist es auch nicht die kalte glitschige Masse am Haaransatz einzumassieren. Aber zu spüren, wie sich die Wolke beim Ausspülen in der warmen Badewanne verteilt ist klasse! Ich fühle mich wie Kleopatra.

Ich hatte schon davon gelesen, dass ein Bad mit Haferflocken der Haut guttut, also genieße ich mein Luxusbad!

Nachdem ich meine Haare nach dem Bad wie gewohnt an der Luft trocknen ließ, konnte ich es kaum glauben:  das Haar fluffig wie noch nie und appetitlich duftend und meine Haut seiden weich.

Am besten ihr probiert es auch mal aus!

Und bitte schmeißt das Shampoo nicht gleich weg, es dient noch als Flüssigseife zum Händewaschen.

Und die Brennnesseln? Die sollen als Kräuterteespülung ja sowieso gut sein als Vorbeugung gegen fettiges Haar, juckende Kopfhaut und Schuppen. Also der nächste Küchenabfall wird sofort als Teespülung zubereitet. – Falls ich sowas in 6 Wochen brauche!

 

Und 3.

Ich habe mich entschlossen meinen Blog und meine Webseite zusammenzulegen. Dazu habe ich meine bisherige Domain www.kann-man-essen.de gegen www.brennnessellobby.de eingetauscht.

Nun fehlen mir auch hierfür die Brennnesseln für schöne, neue Fotos.

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Shampoo, Zahnpasta, … was braucht man mehr? Natron ist neben tausend anderen Dingen auch für eine Zahnreinigung gut geeignet, sollte aber aufgrund der Schmirgelwirkung nur selten angewendet werden. Besser ist da schon Kokosöl und Curcumapulver.

Herrmann

 

Es ist nun schon ein paar Wochen her, da entdeckte ich in meinem Ganzjahres-Blütenexperiment auf dem Tisch: SIE!

SIE  ist eine Spinne. Etwa 1 cm groß. Mit Beinen.

Als Frühaufsteherin sitze ich spätestens um 5 Uhr am Frühstückstisch und freue mich über die ganzjährig blühende weiße Eisbegonie auf meinem Esstisch. Im letzten Winter habe ich ihr (und mir) etwas Luxus gegönnt und in die beiden Pendellampen, die über dem Tisch baumeln, Tageslichtleuchten eingeschraubt.

Das hat den Vorteil, dass die Blüten nicht, wie bisher, in Richtung Fenster wachsen, sondern in Richtung Lampe.

Im Sommer habe ich das Pflanzgefäß in meinen Gartenpavillon mit einer neuen Pflanzenkombi versehen. Den rotblättrigen Sauerklee habe ich in ein anderes Gefäß umgesiedelt, weil das Gelb seiner Blüten und das Rot seiner Blätter mir momentan besser  im Wohnzimmer gefallen, wo er gerade im Spätwinter, so super zu der gelbblühenden Orchidee und der rot-grün gebänderten Vriesea passt.

Ich habe die Eisbegonien, die mich mit ihren kleinen, essbaren Spiegeleiblüten rund ums Jahr bezaubern, also neu kombiniert. Diesmal gesellte ich testweise Bubikopf und eine gelbgrün-dunkelgrün gebänderte Sansevieria , die mir auf der Festerbank zu ausladend geworden war, dazu.

Vor ein paar Wochen fiel mir auf, dass die Sanseverie eine Blütenknospe bildete. Fasziniert beobachtete ich täglich fasziniert, wie sie wuchs.

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Eisbegonien, eigentlich eine kurzlebige Sommerblume, bei mir eine immerblühende Kostbarkeit!

 

Und plötzlich krabbelte etwas.

Ich spürte dieses Gefühl im Genick, genau dort, wo mir früher immer die Jungs alles Mögliche hingesetzt hatten. Damals, als meine Mutter mir noch jeden Morgen Zöpfe machte. Damals als ich mich noch nicht wehren konnte. Dieses gruselige Gefühl: Da ist was! Was ist das? Dieses unheimliche Gefühl, das sich immer bemerkbar macht, wenn ich einer Spinne gegenüber stehe. Und nun  d i e s e  Spinne! Auf meinem Esstisch!

Keine sonst übliche Spinnenspur hatte sie bisher verraten. Kein Netz wehte an der Pflanze. Keine Spuren von ihr (ihr wisst schon, diese kleinen verräterischen schwarzen Kleckse, ausgesaugte Fliegen, Spinnenhaut, undefinierbare Kügelchen) lagen auf dem Tischset.

Also machte ich mutig einen Deal mit ihr.

In Gedanken versprach ich ihr, sie in Ruhe zu lassen, wenn sie mich in Ruhe lässt.

Wir vertrugen uns in den nächsten Tagen gut. Es gab keinen Streit. Sie hielt sich an ihr Versprechen nicht übergriffig zu werden  und das Gefühl im Genick wich ein paar zu Berge stehenden Haaren auf meinem Kopf.

Ich fragte mich, was wohl meine Gäste zu meinem neuen Haustier sagen würden. Soll ich sie auf meinen neuen Mitbewohner hinweisen oder abwarten, ob sie ihn von selbst entdecken?

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Herrmann im Paradies 😉

 

Ich entschloss mich für die erste Variante. Überraschender Weise waren meine Gäste auch der Meinung sie zu tolerieren. Schließlich ist sie eigentlich das ideale Haustier. Sie verursacht keine Kosten. Sie füttert sich selbst. Als Toilette benutzt sie das kleine Biotop, das sie besiedelt hat. Man muss keine Steuer berappen. Man hört sie nicht. Man riecht sie nicht. Man muss ihr kein Terrarium einrichten. Man muss nicht mit ihr spazieren gehen.

Sie ist einfach für mich da! Und das freiwillig.

Also musste ein Name her. Witzigerweise fiel allen spontan für Sie, die Spinne, ein männlicher Name ein.

Wir suchten nach einem Namen, den niemand, den wir persönlich kennen, trägt. Denn es kann ja manchmal übel ausgehen, wenn man dem Richtigen den falschen Namen gibt.

Und so kam es, dass sie jetzt Herrmann heißt, vielleicht auch in der Hoffnung, sie versteckt keinen Eierballen, aus dem zahlreicher Nachwuchs schlüpft.

Also, herzlich willkommen Herrmann!

Herbstlicher Brennnesselschnaps

Der Brennnesselschnaps, den ich im Frühjahr angesetzt habe, ist inzwischen fertig.

Die 3 Varianten schmeckten sehr interessant. Am Ende habe ich sie alle zusammengemischt und mit braunem Kandiszucker abgeschmeckt.

Sehr lecker!

Diese Mischung wärmt wirklich von innen. Ein kleines Öfchen zum mitnehmen 🙂

Der heiße Tipp für kalte Tage.

 

Mein erster Brennnesselschnaps

Rauchende Brennnesselmännchen

Bei meinen Kursen im Schulbiologiezentrum Hannover werde ich immer wieder gefragt, wie man die unterschiedlichen Geschlechter der Brennnesseln unterscheiden kann.

 

Das ist ganz einfach, zumindest in der Blütezeit 😉

Die Brennnesselweibchen, die später die wertvollen Früchte für den Brennnesselkaviar tragen, haben hellgrau gefärbte Blüten. Ihre Früchte sind dunkelgrün und kantig.

Die Brennnesselmännchen haben gelblich-grüne Blüten, mit kleinen runden Kügelchen. Aus diesen Kügelchen entweichen jetzt im Sommer die Pollen. Es sieht dann so aus, als ob über den Pflanzen Rauchwölckchen aufsteigen würden.

Nach der Blüte sind die Männchen nackt und die Weibchen schwer beladen mit Fruchtständen.

Schaut mal genau hin!

Wer sich nicht sicher ist, kommt am Besten am Sonntag, den 13.08.2017 um 10.30 Uhr in das Schulbiologiezentrum Hannover, dort bin ich im Rahmen des Sonntagsvormittagsprogramms mit dabei.

Bis dann …

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Dr feine Blütenstaub der Brennnesselmännchen macht sich auf den Weg zu den Weibchen. An heißen Tagen sieht es aus , als wenn Rauchschwaden aufsteigen.