Alles neu in 2018

Die Winterpause ist noch im vollen Gange, die Brennnesseln schlafen tief und fest.

Und sie fehlen mir!

In all meinen Lebensbereichen vermisse ich sie schmerzlich:

Seit einer Woche lebe ich ketogen. Das bedeutet: jegliche Lebensmittel mit einem übermäßigen Anteil an Kohlenhydraten sind verboten. Also kein Brot, kein Reis, keine unterirdischen Speicherorgane wie Kartoffeln, Möhren oder Rüben, kein Obst, keine Süßigkeiten…

Die „Ketogrippe“ habe ich schon hinter mir. Mit Schlappheit und kaltem Rieseln in Armen und Kopf. Und einen Wadenkrampf wegen Magnesiummangel.

Warum ich mir das antue?

Ich bin inzwischen bei Hosengröße 44 angekommen und mein Busen sprengt Größe 46! Muss ich noch mehr sagen?

Außerdem habe ich gelesen, dass Zucker unter anderem auch für die Verfärbung der Zähne verantwortlich ist. Die Elfenbeinfarbe, die seit vielen Jahren trotz „extra white“ Zahncreme zu meinen Zähnen gehört, würde ich auf diese Weise auch gern loswerden.

Auf das Zahnfärbemittel Kaffee  verzichte ich gerne mit, denn ohne Zucker  und Milch vergeht mir darauf ganz automatisch die Lust. Das gilt auch für schwarzen Tee, obwohl ich ihn auch ohne alles trinken kann.

Kräutertee habe ich in den ersten Tagen noch getrunken,  inzwischen trinke ich aber lieber nur heißes Wasser. Das fühlt sich so herrlich puristisch an! So schmeckt die Freiheit.

Also frühstücke ich jetzt mit kaltem und heißem Wasser  und Feldsalat mit Joghurtdip, frischen Gemüsefenchel mit einem Stückchen Käse oder Mangoldblatt umhüllter Cabanossi. Als Süßigkeitenersatz funktionieren bei mir am besten geröstete Mandelblättchen oder Sonnenblumenkerne, die ich einfach im Ofen mitröste, wenn ich beispielsweise Blumenkohlpizza mache.

Und ihr werdet es nicht glauben: Ich fühle mich super dabei. Außer natürlich einem schlechten Gewissen, weil ich jetzt so viele tierische Produkte zu mir nehme, die ich vorher gerade heruntergefahren hatte. Ich denke, die werde ich bald durch Hinzunahme von Kartoffeln wieder reduzieren. Mal sehen, was meine Zahnfarbe dazu sagt.

Was könnte ich jetzt alles mit Brennnesseln machen!

 

2.

Heute habe ich mir zum ersten Mal die Haare mit Roggenmehl gewaschen!

Wenn ich schon keins mehr esse, muss ich halt auf andere Weise dafür sorgen, dass es nicht schlecht wird. Nein, Joke!

Schon seit einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich meine Haare seltener waschen muss, wenn ich statt Shampoo Duschgel benutze. Außerdem ist es Hautverträglicher!

Ich fühlte mich mal wieder als verarschter Konsument.

Bei meinen Recherchen im Internet stieß ich auf  nopoo, was so viel bedeutet wie kein Shampoo, und die Alternativen.

Erste Alternative: einfach nur mit Wasser waschen! Hat nur einen Nachteil: in den ersten 4-6 Wochen spielt das Haar und vor allem die Kopfhaut verrückt, so das man besser eine Mütze aufsetzen sollte, wenn man mit Menschen Kontakt hat.  Da ich unterrichte fällt diese Variante also für mich weg.

Auch die Variante mit Natron und der im Anschluss an diese Anwendung notwendige „Rinse“ also eine Spülung, probiere ich vielleicht mal, wenn ich wieder Biozitronen gekauft habe, denn nach Essig möchte ich auch nicht riechen, aber ich bin immer froh, wenn sich noch eine Verwendung für  die ausgepressten Reste von Zitronen ergibt. Und die duften über Nacht in Wasser eingelegt einfach umwerfend!

Nun also mein erster Versuch mit Roggenmehl, einer weiteren Alternative,  um meinen Kopf vom Chemieeinfluss der letzten 55 Jahre zu entwöhnen. Ich hatte gestern bereits 3 El Roggenvollkornmehl   etwa 1:1 mit Wasser angerührt. Über Nacht ist daraus eine gelartige Mischung geworden, die mir schon als Sauerteigansatz bekannt war. Und nun in die Haare damit?

Als nachhaltig denkender Mensch muss ich mich echt überwinden mir Nahrungsmittel in die Haare zu schmieren. Besonders angenehm ist es auch nicht die kalte glitschige Masse am Haaransatz einzumassieren. Aber zu spüren, wie sich die Wolke beim Ausspülen in der warmen Badewanne verteilt ist klasse! Ich fühle mich wie Kleopatra.

Ich hatte schon davon gelesen, dass ein Bad mit Haferflocken der Haut guttut, also genieße ich mein Luxusbad!

Nachdem ich meine Haare nach dem Bad wie gewohnt an der Luft trocknen ließ, konnte ich es kaum glauben:  das Haar fluffig wie noch nie und appetitlich duftend und meine Haut seiden weich.

Am besten ihr probiert es auch mal aus!

Und bitte schmeißt das Shampoo nicht gleich weg, es dient noch als Flüssigseife zum Händewaschen.

Und die Brennnesseln? Die sollen als Kräuterteespülung ja sowieso gut sein als Vorbeugung gegen fettiges Haar, juckende Kopfhaut und Schuppen. Also der nächste Küchenabfall wird sofort als Teespülung zubereitet. – Falls ich sowas in 6 Wochen brauche!

 

Und 3.

Ich habe mich entschlossen meinen Blog und meine Webseite zusammenzulegen. Dazu habe ich meine bisherige Domain www.kann-man-essen.de gegen www.brennnessellobby.de eingetauscht.

Nun fehlen mir auch hierfür die Brennnesseln für schöne, neue Fotos.

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Shampoo, Zahnpasta, … was braucht man mehr? Natron ist neben tausend anderen Dingen auch für eine Zahnreinigung gut geeignet, sollte aber aufgrund der Schmirgelwirkung nur selten angewendet werden. Besser ist da schon Kokosöl und Curcumapulver.

Wieviel Brennnessel passt in euer Lieblingsessen?

 

Die Brennnessel hat das Zeug zum Allroundgemüse. Sie enthält alles, was der menschliche Körper braucht und ist in der Vegetationszeit überall verfügbar.

Rein theoretisch könnten wir uns evolutionsbiologisch zum reinen Brennnesselesser entwickeln, etwa so, wie sich die Pandabären zu reinen Bambusessern entwickelten. Aber warum sollten wir? Als Nahrungsspezialisten wären wir wahrscheinlich in nullkommanix genauso vom Aussterben bedroht, wie die Pandas.

Wir Menschen sind so eine erfolgreiche Spezies, weil wir die Vielfalt lieben. Und das soll auch so bleiben!

Je mehr Vielfalt uns umgibt, desto besser.

Bezogen auf unsere Ernährung heißt das, je diverser wir essen, desto wahrscheinlicher nehmen wir alle Nährstoffe auf, die unser Körper braucht. Essbare Wildpflanzen, wie die Brennnessel, werden heute vom Menschen immer mehr verdrängt.

Diese natürlichen Nahrungsressourcen nicht zu nutzen heißt, sie durch unnatürliche Kulturpflanzen zu ersetzen. Vom Menschen abhängige Pflanzen, die nur mit enormem Energieaufwand und Platzbedarf zum Wachsen gebracht werden können.

Ihr habt direkten Einfluss darauf, wie unsere Landschaft aussieht. Vielfältig für Mensch und Natur oder so wie jetzt, leer gefegt von jeglicher Natürlichkeit.

Die Brennnessel kennt jeder. Im Gegensatz zu anderen Wildpflanzen braucht man kein Diplom um sie zu erkennen.

Also los!

Lasst euch von ihrer Geschmacksvielfalt überraschen. Gebt ihr eine Chance in eurem Lieblingsessen. Überzeugt euch selbst wie wandlungsfähig sie ist: frische gehackte Triebe in Ketchup eingerührt schmeckt minzig, in Mayonnaise erinnert sie an Béarnaisesauce. Gekocht wie…?

Pommes rot-weiss mal mit grün? Besser ist das 😉

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Pommes mit Brennnesselketchup, Ketchup pur und Brennnesselmayo

Die Brennnessel lauert überall!

 

 

Ihr habt noch nie Brennnesseln gegessen? Dann schaut in Zukunft mal genauer auf die Zutatenliste eurer Lieblingsgerichte.

Als Kind habe ich besonders die grünen Gummibärchen geliebt. Damals hatten sie noch Waldmeistergeschmack. Die grüne Farbe kam allerdings aus Brennnesselextrakten – damals genauso wie heute!

Die wertvollen Farbstoffe von Grünpflanzen findet ihr auf der Zutatenliste als Chlorophyll/e, E140 oder Chlorophyline (chemisch etwas verändertes Chlorophyll, das sich im Gegensatz zu ursprünglichen Farbstoff nicht mehr in Fett, sondern nur noch in Wasser löst.), vereinzelt findet sich auch der konkrete Hinweis: färbende Extrakte aus Brennnesseln.

Industriell werden sie hauptsächlich aus Luzerne und Nesseln gewonnen. Die größten Vorkommen von Brennnesselfeldern befinden sich heute in der Ukraine.

Verwendung finden Chlorophylle vor allem in Kaugummi, Süßigkeiten, einigen Käsesorten, Gelee, Marmelade, Konfitüre, Gemüsekonserven, mit Wasabi gewürzten oder überzogenen Knabbererzeugnissen (wie Kartoffelchips, Reiscracker oder Erdnüsse) sowie Alkoholfreien Getränken und Likören. Sie werden auch genutzt, um Kosmetika und Arzneimittel zu färben.

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Der grüne Farbstoff in der Pflanze ähnelt im Aufbau unserem roten Blutkörperchen, nur das unser Hämoglobin einen Kern aus Eisen besitzt, während das Chlorophyll der Grünpflanzen ein Magnesiummolekül enthält.

Chlorophyll gilt daher, auch untermauert durch wissenschaftliche Studien, als perfekte Ergänzung des menschlichen Organismus, unter anderem sorgt er für verstärkten Muskelaufbau, bindet Schwermetalle im Körper, hemmt Krebszellen an der Zellteilung und somit am Wachstum und wirkt Demenz und Diabetes entgegen.

Dass der direkte Verzehr von frischen Grünpflanzen dabei auch noch andere wertvolle Inhaltstoffe mitbringt und natürlich auch für bessere Stimmung sorgt, als das trockene Pulver aus der Tüte, wissen Brennnessellobbyisten ja schon lange 😉

Also

Schaut euch mal vor eurer Haustür um. Frische Brennnesseln wachsen bereits und sind kostenlos. Frische Luft inklusive!

Und vergesst bitte nicht das Foto im Kommentar zu  Die Brennnesselwette  🙂

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Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Brennnesseln#F.C3.A4rberpflanze

https://www.lebensmittellexikon.de/c0002070.php

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/chlorophyll-ia.html

 

 

Das Brötchen in der Brennnessel

Wusstet ihr, das in Brennnesseln Kohlenydrate, vergleichbar mit denen, die in Brötchen enthalten sind, stecken? Schon in 500 g frischen Brennnesseln steckt ein Brötchen!

 

Ein Brötchen liefert etwa dieselbe Menge an Kohlenhydraten, wie beispielsweise Zucker. Und Zucker und Brötchen haben noch etwas gemeinsam:

Außer Kohlenhydraten liefern sie uns nix.

Leere Kohlenhydrate.

 

Die Brennnessel liefert unserem Körper alles, was er braucht!

 

Noch Fragen?

 

😉

 

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Magic Nettle

Es ist schon wieder passiert: ich habe eine Brennnesselpflanze in meinem Zimmergarten! An derselben Stelle, an der ich das letzte Mal im Herbst die Brennnessel gefunden habe.

Ein anderes Pflanzgefäß, eine andere Pflanzengemeinschaft, neue Erde, aber ganz genau dieselbe Stelle im Zimmer. Exakt die gleiche Entfernung zum Fenster. Sie zeigt mir, wo sie wachsen möchte. Das Ganze hat schon etwas magisches.

Es ist manchmal fast so, als wenn die Brennnessel mit mir auf ihre Weise kommunizieren möchte.

Auch in meinem Garten.

Als wir das Haus vor ca.25 Jahren gekauft haben, wuchsen Brennnesseln hauptsächlich unter einer Bergkiefernhecke im Vorgarten. Um die neuen Nachbarn nicht zu ärgern versuchte ich das „Unkraut“ auszumerzen. Die Kiefernhecke vor dem Haus war irgendwann nicht mehr da. Auch die Brennnesseln nicht. Dafür kamen sie von allen anderen Seiten meines Gartens auf mich zu. Fast so, als wenn sie damit sagen wollten: Du willst uns nicht im Vorgarten? Gut, dann wachsen wir eben versteckt, so, dass nur du uns sehen kannst. Wir sind keine Bedrohung, sondern nützlich. Nur du kannst das verstehen. Du kannst mit uns leben. Gib uns eine Chance!

 

Und genau so ist es geschehen 🙂

 

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Gefüllte Vollkornroggenwaffel mit Brennnesseldressing, Rucola, Parmesan und Taglilie

Es gab wieder etwas zu ernten im Testbeet am Ackerrand in Deckbergen. Der Rucola wächst ganz erstaunlich gut. Witzigerweise wollte mir der Gärtnermeister im Schulgarten Linden zunächst gar keinen Rucolasamen mitgeben, weil er meinte, der würde dort nicht wachsen. Nun ist es das, was am besten wächst 🙂

5 Radieschen könnte ich auch mal wieder als kleinen Aufmunterungssnack bei den Pflegearbeiten am Beet in den Mund schieben. Klein, aber oho!

Eine Portion Rucola nahm ich mit nachhause und füllte damit meine selbst gebackenen Experiment- Vollkornroggenwaffeln aus Vollkornroggenmehl, Wasser, Meersalz und eingesalzenen Kräutern (Weinblätter und Schafgabe).

Dazu gesellten sich Brennnesseldressing, kleingeschnittener Rucola, gehobelter Parmesan und Taglilienblüten. Wie der Name schon sagt, blühen Taglilien nur einen Tag lang. Sie öffnen sich morgens und schließen sich abends. Wenn man Sie abends pflückt, tut man der Pflanze außerdem noch etwas Gutes: Es erspart die mühsame Samenbildung und regt gleichzeitig zu mehr Blütenbildung an. Übrigens ist dies nicht nur aus kulinarischer Sicht zu empfehlen (die Blüten schmecken nach einer Mischung aus Kopfsalat und Zuckermais und enthalten viel Vitamin C und Carotin), sondern auch aus ästhetischer Sicht, denn die abgeblühten Schrumpelblüten sind nicht gerade ein optischer Hingucker! Die Taglilienblüte auf dem Foto stammt übrigens von gestern Abend und hat die Nacht im Kühlschrank verbracht. Sieht noch ganz passabel aus oder?

Also unbedingt mal ausprobieren!

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Brennnesseln auf der Speisekarte

Nach 6 Jahren  ist es endlich soweit:

Brennnesselgerichte kommen auf die Speisekarte eines Restaurants in Schaumburg!!!

Heute Abend findet die Premiere im „Pfeffer & Salz“ in Obernkirchen statt. Das „Strull & Schluke“ Projekt hat in der Urlaubsabwesenheit des Inhabers Oliver Hering den Betrieb übernommen und sorgt nun für  Snacks und Spaß.

„Strull & Schluke“ Initiator Arne Boecker liegt nicht nur ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Literatur und weiteren Highlights am Herzen, sondern versucht den Schaumburgern auch das Thema gesunde Ernährung lecker an den Gaumen zu zaubern. Mit einem eigens dafür kreierten vegetarischen „Strull & Schluke“ Burger und nun auch mit Brennnesseldelikatessen.

Schon vor 2 Jahren testete er persönlich bei mir den Käsekrustenbrennie, der glücklicherweise offensichtlich bei ihm großen Eindruck hinterlassen hat. Er orderte gleich 10 Portionen.

Nach einigem Hin und Her konnte ich ihn zu einer Brennnesselauswahl überreden. Die Idee der Brennnesseldegustation auf einem Teller hat mehrere Gründe:

Im Sommer ist es gar nicht so leicht zarte Brennnesseltriebe für die Küche zu finden. Zumindest solange die Schaumburger Wirtschaft unsere Wappenpflanze, wie bisher, als regionale Ressource ablehnt. Wenn erst regelmäßig Erntemaschinen die zarten Triebe auf den Feldern abernten, bin ich von der mühsamen Suche und Handernte befreit.

  1. Wenn jemand schon den Mut beweist, trotz bekannter kulinarischer Alternativen die Brennnessel probieren zu wollen, sollte es auch richtig lecker schmecken. Da man sich über Geschmack aber bekanntlich nicht streiten kann, ist die Wahrscheinlichkeit, den perfekten individuellen Genuss in einer Auswahl von Geschmacksvarianten zu finden, natürlich größer als in einem einzigen Gericht.

 

Und so findet sich heute auf der Speisekarte :

 

Die Kraft der Brennnessel auf einem Teller:

 

Käsekrusten-Brennie

…auf wildem Salatbett mit Brennnesseldressing,

 

Brennessel-Kaviar

…auf gekochtem Ei

Brennnessel-Butter

…auf Baguette

 

Und das für den sensationellen Einführungspreis von 5 Euro!

 

Ulli bringt´s :)

Ulli bringt´s 🙂

Die Kraft der Brennnessel auf einem Teller

Die Kraft der Brennnessel auf einem Teller